Autor: schb

„Aura farming“

Die Schüler kamen heute damit um die Ecke…

Kannte den Begriff bisher nicht. Musste also erstmal nachfragen und ließ ihn mit erklären – kam aber nicht richtig weiter. Bin halt ne andere Generation und lebe dahingehend hinterm Berg. Es ging um Memes bei TikTok, Ronaldo, Coolness…

Hab dann nochmal versucht was dazu zu lesen, was aber schwer ist, weil es entweder um „Aura farming“ als Teil des Produktes geht – oder aber KI generierte Seiten gefunden werden.

Was ich soweit verstanden habe:

Aura farming beschreibt das (bewusste) Sammeln von sozialer Anerkennung: Sichtbarkeit, Status, Coolness. „Aura“ steht dabei nicht für etwas Esoterisches, sondern für eine Art unsichtbares Konto: Wie man wirkt, wie man gelesen wird, wie viel Aufmerksamkeit man bekommt. „Farming“ meint das gezielte Erzeugen dieser Wirkung – durch Verhalten, Aussagen, Bilder, Auftritte.

Wer „Aura farming“ macht, tut Dinge nicht nur, weil sie sinnvoll sind, sondern auch weil sie gut wirken. Weil sie Klicks bringen (aka Respekt, Lacher, Reichweite, Anerkennung.)

Aber: Es muss subtil sein! Wenn es zu plakativ wird, wird das „Aura farming“ zum Boomerang. Es muss wohl wirken, darf aber nicht absichtsvoll erscheinen. Eine echte Gratwanderung 🙂

Spannend. Und ein durchaus komplexer sozialer Code.

ChatGPT wirft sowas raus, wenn man es nach einen Bild zum Thema fragt.

Samstag, 10.01.2026

‚Nicht auf alles reagieren‘

Zuerst möchte ich auf einen Artikel von Armin Hanisch hinweisen: „Nicht auf alles reagieren“. Vielleicht lesen alle, die dies hier lesen, eh auch dort. Aber vielleicht auch nicht.

Darin:

Es gibt diese alte memetische Geschichte (meistens ist es ein alter Indianer, der diese Geschichte erzählt) von den beiden Wölfen in jedem Menschen, die miteinander kämpfen. Auf die unweigerliche Frage, welche der beiden Wölfe gewinnt, kommt dann die Antwort “der, den Du fütterst”.

Außerdem zitiert er jenen Spruch, den ich mir selber auch immer wieder im Alltag vorsage, wenn die Situation über den Kopf zu wachsen erscheint:

Gib mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
die Kraft, die Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann
und die Weisheit, beides voneinander zu unterscheiden.

Macht, Gewalt und Gesellschaft

In den vergangenen Monaten – und vor allem in den vergangenen Tagen – sind mir immer wieder Fragmente und Zitate aus der Soziologie in den Kopf gekommen.

Mit diesen Brillen, mit diesen Zitaten die aktuelle Lage zu betrachten, hilft mir ein wenig. 

David Hume

„Nichts erscheint jenen, die sich mit den menschlichen Angelegenheiten aus philisophischer Sicht befassen, erstaunlicher als die Leichtigkeit, mit der die Vielen von den Wenigen unterdrückt werden.“

Max Weber

„Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht“

J. J. Rousseau: „Der Gesellschaftsvertrag“

„Solange ein Volk gezwungen wird zu gehorchen, so tut es wohl, wenn es gehorcht; sobald es sein Joch abzuschütteln imstande ist, so tut es noch besser, wenn es dasselbe von sich wirft, denn sobald es seine Freiheit durch dasselbe Recht wiedererlangt, das sie ihm geraubt hat, so ist es entweder befugt, sie wieder zurückzunehmen, oder man hat sie ihm unbefugterweise entrissen.“

„‚Gehorchet den Gewalthabern!‘ Wenn dies bedeuten soll: gebet der Stärke, der Gewalt nach, so ist das Gebot gut, aber überflüssig. […] Wenn mich ein Räuber im Waldesdickicht überfällt, so muß ich mich der Gewalt fügen und ihm meine Börse geben; verpflichtet mich aber wohl mein Gewissen, sie zu geben, wenn ich imstande wäre, sie ihm vorzuenthalten?“

„Gestehen wir also, daß Stärke kein Recht gewährt, und daß man nur verpflichtet ist, der rechtmäßigen Gewalt Gehorsam zu leisten.“

H. Popitz

Als Literaturtipp für die Frage, wie Macht überhaupt entsteht:

H. Popitz: Prozesse der Machtbildung [Wikipedia]

„Wie geschieht es, daß wenige Macht über viele gewinnen? Daß ein geringer Vorsprung, den einige erreicht haben, ausgebaut werden kann zur Macht über andere Menschen? Daß aus etwas Macht mehr Macht wird und aus mehr Macht viel Macht?“

„Anspruch und Hinnahme der Machtverhältnisse wiederholten vertraute Modelle. Affektive Reaktionen des Widerstandes, Verzweiflung oder nackte Wut, waren erst in sehr späten Stadien des Prozesses – bei stark geminderter Widerstandsfähigkeit – zu erwarten. 

Eine Widerstandsbereitschaft als gelernte Reaktion – einschließlich gelernter Verfahrensweisen – fehlte. Sie hätte in sehr frühen Stadien des Prozesses fast sicheren Erfolg gehabt. 

Insofern waren die drei Machtnahmen, die sich „wie zwangsläufig“ mit „absurder Selbstverständlichkeit“ vollzogen, eben nicht zwangsläufig, sondern absurd.“

Matter

Kurze Info: Die Matter-Geräte sind seit ein paar Tagen bei IKEA verfügbar. Lassen sich ohne irgendwelche Bridges ins SmartHome (HomeKit) integrieren.
Praktisch und sorgt hier dafür, dass eine Bridge weniger aktiv ist und eine Cloud weniger bespielt wird.

di.DAY 2026-01-04

https://di.day

Bei mir bleibt nicht mehr viel: WhatsApp, Facebook, Instagram, X, Google etc. hab ich nicht (mehr). Aber ich hänge ziemlich tief in der iCloud drin.

Und bei der Frage der Unabhängigkeit gibts ja zwei Ebenen:
Zum Einen ist da die moralische Ebene, ob wir Unternehmen aus unsicheren Herkunftsländern unsere Daten anvertrauen und sie damit größer (bedeutender) machen wollen. Und zum Anderen geht es auch darum, auf seine Daten souverän zugreifen zu können, um im Fall des Falles nicht in die Röhre zu schauen.

Und bei der iCloud versuche ich zumindest so zu agieren, dass ich raus könnte. Also quasi vorbereitend. Kalender und Adressen sind nicht so das Problem (baïkal). Passwörter auch nicht (Bitwarden o.ä.).

Schwieriger ist es mit den Dateien und vor allem den Fotos. Immich ist noch nicht so weit. Und daher bleibt das Setting mit der iCloud erstmal bestehen. Aber: Ich mache Backups.

Und der di.DAY Nr. 1 soll dazu dienen, auf die Tools von Parachute hinzuweisen. Parachute Backup fertigt Backups von iCloud und Foto-Library an – auch wenn auf der internen Platte gar nicht genug Platz ist (entscheidend!).
Parachute lädt die Daten runter, schiebt sie auf eine externe Platte (oder ein NAS etc.) und macht den Speicher anschließend wieder auf der internen Platte frei. Auf diese Weise hab ich einen Spiegel der iCloud auf einer externen Platte. Automatisiert oder manuell angestoßen. Wie mensch mag.

Empfehlung.

https://parachuteapps.com/parachute

Einverstanden

Ich möchte mal testen, wie das mit dem Einbinden eines Zitates aus einem Podcast aus Overcast funktioniert.
Und da ich gerade was höre, was festzuhalten es wert ist:

Link zu Overcast: https://overcast.fm/+AAp2mmxcrN0/2:14:44

„Mit sich selbst so einverstanden zu sein, dass man in so ein Prediger-Ding kommt: mit sich selbst komplett einverstanden sein ist ein Hauptsymptom von Dummheit.“