In der TAZ der letzten Woche gibt es einen Artikel über KI: „Streng dich doch mal an“
Darin:
„Auch deshalb habe ich weniger Angst davor, von einer KI ersetzt zu werden als vor den Nebenwirkungen dieser Entwicklung: der Entwertung menschengemachter Dinge und dem Verlust von gegenseitigem Interesse. Wenn niemand mehr den Roman einer echten Person lesen will, wenn es unwichtig wird, weshalb sich jemand für ein Thema, eine Geschichte, eine Melodie entschieden hat, weil es nur noch um das fertige Produkt geht – dann verändert sich auch das Schreiben selbst, das doch sonst so sehr darum ringt, eben nicht egal zu sein.“
Ich ändere das mal ein wenig ab:
„Auch deshalb habe ich weniger Angst davor, von einer Maschine ersetzt zu werden als vor den Nebenwirkungen dieser Entwicklung: der Entwertung handgefertigter Dinge und dem Verlust von gegenseitiger Wertschätzung. Wenn niemand mehr die Arbeit eines Handwerkers sehen will, wenn es unwichtig wird, weshalb er sich für ein Material, eine Form, eine Technik entschieden hat, weil es nur noch um das fertige Produkt geht – dann verändert sich auch das Handwerk selbst, das doch sonst so sehr darum ringt, eben nicht beliebig zu sein.“
IKEA lässt grüßen. Wir haben uns nicht erst im Rahmen der KI von der menschlichen Arbeit entfremdet. Das gehört zu unserem Lebens- und Gesellschaftsmodell dazu. Und es muss auch nicht schlecht sein. Aber deshalb muss es auch nicht gut sein.
Es ist nur ein Trugschluss zu glauben, dass KI erst diese Entwicklung bewirkt. KI greift jedoch eine der letzten Bastionen menschlicher Selbstzuschreibung an: Das Denken und die Kreativität.
Bei einer Maschine kann ich noch sagen: Das eigentlich Wichtige ist der Gedanke, der sich vorher manifestiert hat. Das Werkzeug setzt das nur um (→ Michaelangelo „„Die Skulptur ist bereits vollständig im Marmorblock vorhanden, bevor ich mit meiner Arbeit beginne. Es ist schon da, ich muss nur noch das überflüssige Material wegmeißeln.“).
Und jetzt bleibt dem Menschen der Prompt? Neee.
Die Entfremdung hat uns auch von dem entfremdet, was unser Dasein erst möglich macht: Der kleinen blauem Kugel im Weltall.
Übrigens: Morgen ist Wintersonnenwende.
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